#5 Was gehört alles in einen Notfallordner?

Bernd Leave a Comment

Nach dem Motto „Vordenken ist besser als nachdenken“ möchte ich jetzt gemeinsam mit Dir besprechen, was denn nun in den Ordner soll!?
Er soll als Wegweiser und Informationsquelle dienen, um alle im Notfall wichtigen Unterlagen griffbereit zu haben. Die Angehörigen oder Vertrauenspersonen wissen genau Bescheid, was im Falle eines Falles zu tun ist.

1. Persönliche Informationen

Vielleicht verwundert es dich ein wenig, aber zunächst sollten persönliche Informationen vorhanden sein. Wer bin ich? Was ist meine persönliche Wertevorstellung? Warum? Denke mal an eine Beerdigung! Hier wird auch grundsätzlich über das Leben des Verstorbenen berichtet und alles in Kürze dargelegt! Die Gesellschaft verändert sich – nehmen doch Single-Haushalte und Patchwork-Familien immer mehr zu! Paare, die 25 Jahre und länger verheiratet sind, werden immer weniger! Ich gehöre also schon zu einer Minderheit! Man weiß nicht mehr so gut übereinander Bescheid. Aber auch ein Betreuer kann sich so ein Bild von seinem Patienten machen und verstehen, wie derjenige tickt, für den er die Vormundschaft übernommen hat. Also einfach mal alles mit eigenen Worten aufschreiben, daher findest du in der Rubrik 1 auch keinen Vordruck oder Formular! Mit eigenen Worten aufschreiben ist auch schon das Stichwort für unseren
nächsten Punkt „Das Testament“

2. Testament und Bestattungsverfügung

„Der Staat regelt doch schon alles“ höre ich sehr oft in meinen Gesprächen. Das stimmt auch, aber auch der Spruch von Norbert Blüm „Die Rente ist sicher“ stimmt. Es kann sehr viel falsch laufen, wenn gesetzliche Erbfolge greift. Da kann Dir zum Beispiel passieren, dass di deinen Partner und deine Kinder zur Erbengemeinschaft machen. Deine Frau kann dann das Haus im Notfall nicht verkaufen, weil z.B. die Kinder eine Einwilligung des Vormundschaftsgerichtes benötigen. Daher sollte man immer seinen letzten Willen zu Papier bringen. Klarer Hinweis: nimm auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch (Rechtsanwalt, Steuerberater, Notar, Dienstleister)

Wenn man sich Gedanken über sein Testament macht, liegen auch Planungen zur Bestattung nicht fern. Wie soll ich bestattet werden? Hier gibt es verschiedene Bestattungsvarianten! Wer kümmert sich um die Grabpflege?

3. Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Mit einer Vorsorgevollmacht
bevollmächtigen Sie eine vertraute Person, die ab Erhalt der Vollmacht direkt Geschäfte für Sie tätigen kann. Es können finanzielle, private oder auch gesundheitliche Dinge sein, aber eben auch
Rechtsgeschäfte. Also ein sehr schwerwiegendes Instrument, dass nur an engste Verwandte vergeben werden sollte.

Bei der Betreuungsverfügung begrenzen Sie den Personenkreis! Hier können Sie zum Beispiel festlegen, dass im Fall der Fälle ein gesetzlicher Betreuer Ihre Angelegenheiten regeln soll. Zur Unterscheidung kann man sagen, dass die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung regeln, WER stellvertretend für einen WAS entscheiden soll.

Genau so sieht es zum Thema Sorgerecht aus. Stell dir vor, du bist auf der Autobahn mit deiner Frau unterwegs und der Geisterfahrer kommt. Ihr seid beide durch den Unfall nicht mehr in der Lage, das Sorgerecht für die Kinder
auszuüben. Oder auch bei Getrennt Lebenden! Was passiert dann? Auch dies ein ganz wichtiger Punkt, über den du dir Gedanken machen sollten! Wer soll das Sorgerecht meines Kindes bekommen?

4. Patientenverfügung

Die Patientenverfügung bestimmt, OB und WIE im unabwendbaren Sterbeprozess mit mir umzugehen ist. Also wie lange zum Beispiel lebenserhaltende oder –verlängernde Maßnahmen weiterlaufen sollen. Im Notfallordner findest Du Muster, die bewusst nicht zum Ankreuzen sind. Absichtlich sollst Du hier mit eigenen Worten Deine Vorstellungen ausformulieren. Somit setzt Du Dich richtig mit dem Thema auseinander.

5. Krankenakten mit Organ- und Gewebespendeausweis

Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema Deutschland ist hier sehr gespalten. Über das Thema Organspende wird sehr viel philosophiert und diskutiert! Dies erkennt man auch an dem Wegweiser: natürlich und niemals! Durch die Arztaffären sind die Spenderzahlen drastisch zurückgegangen. Selbstverständlich darf das auch nicht sein Aber Hand aufs Herz: Würdest Du nicht auch alles Mögliche tun, wenn eine Person aus deiner Familie auf der Liste steht?

6. Kontovollmacht und Finanzen

Viele Banken haben viele unterschiedliche Formulare und viele Kunden haben unterschiedliche Bankverbindungen Wichtig: Kontovollmachten solltest du immer direkt mit der betreffenden Bank regeln, die prüfen nämlich gerne direkt
dabei die Geschäftsfähigkeit des Konto/Depotinhabers. So hast du zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Eine tabellarische Aufstellung hilft hier schnell weiter! Bei welchem Institut haben Sie welche Geldanlage. Tagesgeld hier – Aktien da – Konto dort!

7. Aufbewahrung sensibler Dokumente

Wo finde ich Passwörter zum Beispiel für das Online-Banking oder Facebook (Stichwort: digitales Erbe / im Netz stirbt man nie!) Natürlich sollen hier keine Passwörter eingetragen werden. Du solltest dir aber Gedanken machen, wie du mit dem Thema umgehst. Hast du einen Tresor oder kennt dein Partner die ganzen Zugangsdaten.
Wo ist das hinterlegt? Stammbuch: ganz wichtig!! Wann hast du es zuletzt gebraucht?
Bei der Hochzeit oder bei der Taufe des Kindes. Heute musst du das Stammbuch vorlegen, wenn du ein verstorbenes Familienmitglied abmelden willst.
Also Zettel in den Notfallordner:
Stammbuch liegt da und da! Wo ist das Stammbuch der Familie untergebracht?

8. Kontaktdaten von Angehörigen

Meine Eltern hatten früher ein graues Telefon mit Wählscheibe im Flur stehen. Darunter lag ein Adressbuch, in dem jeder Kontakt innerhalb der Familie aber auch des Freundeskreises zu finden war.
Wenn jemand umgezogen war, wurde alles durchgestrichen und darunter wieder neu eingetragen. So wussten
alle Bescheid Und heute? Heute hat jeder sein Handy, auf dem alle Daten gespeichert sind. Also alles anonym und für andere nicht greifbar.

9. Dienstleister im Notfall

Wer kann mir im Notfall helfen? Wie erreicht meine Familie zum Beispiel den Pflegedienst, den ich mir selber ausgesucht habe? Wer soll den Rasen mähen, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage bin?

10. Verträge – Abos – Mitgliedschaften

Nächstes Problem: Was ist mit den unterschiedlichsten Mitgliedschaften oder Abos? Hier muss jemand Bescheid wissen, um Alles abwickeln zu können. Es muss ja nicht gleich das Schlimmste passieren – der Schlaganfallpatient kommt nicht
mehr nach Hause. Und schon sind Bereiche wie Mietvertrag / Zeitung und Vieles mehr betroffen. Auch die Energieversorger (Gast, Strom, Wasser) müssen benachrichtigt werden.
Für die Hinterbliebenen wird es dann noch schlimmer, wenn jedes Jahr Einladungen zu Mitgliedversammlungen kommen.

11. Versicherung und Vorsorge

Genau so verhält es sich mit Ihrer persönlichen Absicherung!
Hier empfiehlt es sich grundsätzlich einen Ansprechpartner zu haben, der sich gerade im Notfall um Alles kümmern kann. Sicher wirst du im Internet immer wieder auf Billig-Angebote stoßen – ob die aber immer den richtigen und vor allem vollständigen Schutz beinhalten? Meine Kunden finden hier eine großen Zettel vor!
„RUF DEN BERND ROEBERS AN!“

12. Berufliches und Rente

Beispiel hierzu ist die Berufsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit. Hier sind Kontakte zum Arbeitgeber, zur Renten- und Krankenversicherung notwendig, um weitere Schritte zum Beispiel für eine Reha einleiten zu können.
Hier kommt auch wieder das Thema „Passwörter“ auf, wenn du zum Beispiel die Zugangsdaten zum Tresor oder für das Intranet der Firma hast.

Denke einfach mal über diese Punkte nach und beginne, deine Dinge zu regeln!


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